Londoner Straßenszene
Geschichte hinter dem Foto

Urlaubsfotos und ihre Geschichte

Früher hat man Urlaubsfotos noch in Bücher geklebt. Heute lässt man vielleicht nochmal ein Fotobuch drucken, zumeist aber verschwinden die Bilder auf irgendwelchen Festplatten. Und im schlimmsten Fall rutschen sie auf dem Handy hinter irgendwelche „lustigen Bildchen“ und sind damit auch weg. Ich finde das total schade.

Wie gehst Du mit Deinen Urlaubsfotos um? Was machst Du mit den Bildern? Ich möchte Dir heute mal erzählen, wie das so handhabe.

Die Spreu vom Weizen trennen

„Die Spreu vom Weizen trennen?“….wird das hier jetzt biblisch? Nein, aber es ist ein schönes Bild. Nach dem Urlaub ziehe ich die Aufnahmen, die ich gemacht habe zunächst mal von der Kamera auf die Festplatte. Und dann beginnt für mich der Spaß mit dem Ausdünnen. Du sagst, das ist Arbeit? Das sehe ich völlig anders. Das verschieben von Aufnahmen, die richtig gut geworden sind geht doch leicht von der Hand und vielleicht erinnnerst Du Dich genau dann an den Moment an dem Du das Bild gemacht hast. Schöne Erinnerungen lassen Dich die „Arbeit“ die hinter dem Aussortieren steht ganz schnell vergessen.

 

Bildbearbeitung bei Urlaubsfotos

Zu welcher Gruppe gehörst Du? Zu denen die sagen

#1 „Urlaubsfotos werden nicht bearbeitet“

#2 „Ein bißchen Anpassen gehört dazu“

#3 „Ohne Bearbeitung ist alles nichts“

 

Ich zähle mich zu der zweiten Gruppe. Nicht jedes Bild muss im HDR-Stil (High Dynamic Range oder auch „Bild mit hohem Dynamikumfang“) hochgepuscht werden. Aber ist Dir schon einmal aufgefallen, dass in Deiner Erinnerung der Himmel irgendwie blauer war als auf dem Foto oder dass das Licht gar nicht so trist war? Solange man es nicht übertreibt, darf man ruhig ein wenig an den Reglern spielen. Ich denke, man darf auch seinen Urlaubsfotos ein wenig Bearbeitung zukommen lassen.

Fragst Du Dich „Was hat das jetzt alles mit dem Titelbild zu diesem Blogbeitrag zu tun“? Ok, ich erkläre es.

 

Unperfekte Fotos

Londoner Straßenszene
Aus der Reihe Urlaubsfotos –
Londoner Straßenszene

Die Aufnahme ist letztes Jahr Ende Dezember in London entstanden. Es war früher Abend und ab 17 Uhr war es schon ziemlich dunkel. Es regnete nicht, aber die Luft war feucht. Ok, es fieselte. Na gut, es regnete ganz feine Bindfäden, die kaum als Regentropfen zu erkennen sind. Aber es war kein Regen.

Ich wollte einen Schnappschuss machen, da ich das Farbenspiel vom roten Bus mit der blauen Leuchtdeko schön fand. Leider hatte ich so gar nicht drauf geachtet, dass die Belichtungszeit von der letzten Aufnahme, einer Langzeitbelichtung, viel zu lang für einen Schnappschuss war. Das Ergebnis habe ich erst zuhause gesehen. Eigentlich wollte ich die Aufnahme nicht in den Ordner „gute Fotos“ verschieben, aber dann kamen mir die Erinnerung an diesen Moment wieder in den Sinn. Im Stil von „emotionale Fotografie“ ist es dann doch eine gute Aufnahme, weil ich mit dieser Aufnahme etwas verbinde, eine Erinnerung. Das ist es was „emotionale Fotografie“ ausmacht.

Lustigerweise finden viele Menschen denen ich dieses Bild zeige den verwischten Blick auf den Bus und die Umgebung wirklich gut. Sie sehen das als fotografisches Stilmittel, aber sie wissen nicht, dass es dem Grunde nach nicht perfekt ist und nur aufgrund eines Fehlers zu dem wurde, was es nun ist.

Fazit

Jedes Foto, auch jedes Urlaubsfoto und jeder Schnappschuss, hat seine Geschichte und wenn Emotionen dabei sind, dann sind selbst nicht perfekte Fotos auf ihre Art auch mal perfekt.

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